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Laparoskopische Myomenukleation — Technik und Ergebnisse
Morgens operiert, abends zu Hause
Die 1000 besten Ärzte



 
Laparoskopische Myomenukleation — Technik und Ergebnisse

R. Deckardt

Im Zeitraum von Juni 1993 bis Juni 1999 führten wir in unserer Tagesklinik insgesamt 6.429 Laparoskopien durch. Davon entfielen 595 Laparoskopien auf Myomenukleationen, bei denen insgesamt 787 Myome entfernt wurden. Der Anteil dieser Operation betrug 9,25% aller laparoskopischen Eingriffe.

Das mittlere Lebensalter der Patientinnen war 36,5 Jahre (23—59), der mittlere Myomdurchmesser 6,5 cm (2—12). Insgesamt 28 Patientinnen waren mit GnRH-Analoga vorbehandelt (4,7%; 1—13 Zyklen). 42,5% der Patientinnen hatten zum Zeitpunkt der Operation noch Kinderwunsch.

Die häufigsten Indikationen zur Myomentfernung waren Beschwerden der Patientin, die auf das Myom zurückgeführt wurden (52,1%), Blutungsstörungen im Sinne einer Hypermenorrhoe oder Menorrhagie (28,2%), unerfüllter Kinderwunsch (15,4%), vaginalsonographisch diagnostiziertes Wachstum des Myomes (3,4%) und Pollakisurie (0,9%).

Die Lokalisation der Myome war bei 81,3% subserös oder intramural, bei 13,5% gestielt und bei 5,2% intraligamentär.

Sämtliche Patientinnen wurden von niedergelassenen Kolleginnen/Kollegen oder von Kolleginnen/Kollegen umliegender Krankenhäuser zur Operation überwiesen, da wir kein eigenes Patientinnenkollektiv betreuen. Die überwiesenen Patientinnen wurden einige Wochen vor der Operation in unserer Sprechstunde vorgestellt und die Indikation zur Operation überprüft. Ausschlaggebend hierbei war neben der Anamnese vor allem die Vaginalsonographie. Der Eingriff fand nach Möglichkeit in der ersten Zyklushälfte statt.

Die Laparoskopie wurde jeweils in offener Technik durchgeführt. Die Übertragung erfolgte mit Hilfe einer Videokette. Nach umbilikalem Eingehen mit einer 10-mm-Optik wurde die Patientin in 45 Grad Kopftieflage gebracht. Die CO2-Insufflation wurde bei einem intraabdominalen Druck von 15 mmHg beendet. Neben dem umbilikalen Zugang wurden je ein 5-mm-Trokar seitlich im Bereich der Spina iliaca anterior superior eingebracht.

Der Operateur führte die Videokamera und das Instrument des linken Einstichs, der Assistent das Instrument des rechten Einstiches. Nach Ausleuchten und Inspektion des gesamten Bauchraumes wurde der Uterus vom Assistenten mit einer scharfen PE-Zange gefaßt und in Position gebracht.

Zunächst erfolgte das Anlegen einer bipolaren Koagulationsstrecke über dem Myom, die deutlich kürzer als der Myomdurchmesser war. Anschließend wurde die Serosa inzidiert und auf die Myomoberfläche hinabpräpariert.

Nach Darstellung der Myomoberfläche und Abschieben des oberen Teiles der Pseudokapsel wurde über einen suprasymphysären 15-mm-Einstich ein Myombohrer eingeführt und im Myom verankert. Die schichtengerechte Präparation des Myoms erfolgte teils stumpf, teils scharf, wobei mit dem Myombohrer ein kontinuierlicher Zug weg vom Uterus sichergestellt wurde.

Die Naht des uterinen Defektes erfolgte zweischichtig mit PDS-Einzelknopfnähten und extrakorporaler Knotung. Das Myom wurde mit Hilfe eines Macromorcellators nach Semm zerkleinert und suprasymphysär geborgen.

Nach sorgfältiger Spülung des gesamten Bauchraums und Kontrolle auf Bluttrockenheit erfolgte nach Entfernung sämtlicher Instrumente der Wundverschluß in Schichten mit Naht der Faszie und Haut.

Zur postoperativen Überwachung wurde die Patientin in den Aufwachraum verlegt. Nach Gabe von Tee und Zwieback erfolgte nach etwa vier Stunden die zunehmende Mobilisierung. Etwa sechs bis acht Stunden nach Operationsende wurde die Patientin nach Hause entlassen.

Die mittlere Operationsdauer (Schnitt-Nahtzeit) betrug in unserem Kollektiv 74,6 Minuten (15—300).

Sämtliche Myome wurden histologisch aufgearbeitet. Das mittlere Myomgewicht betrug 97,7 g (10—560). Malignität fand sich keine.

In 3,5% der Fälle wurde eine Antibiotikaprophylaxe durchgeführt.

Bei 0,9% der Patientinnen erfolgte intraoperativ die Konversion zur Laparotomie, bei 0,4% der Patientinnen mußte eine Hysterektomie durchgeführt werden. 1,3% der Patientinnen wurden postoperativ stationär aufgenommen, bei 0,2% erfolgte eine Relaparoskopie wegen einer Blutungskomplikation. 0,9% der Patientinnen wurden intra- beziehungsweise postoperativ transfundiert. 0,6% der Patientinnen entwickelten postoperativ Fieber über mehr als zwei Tage, das konservativ behandelt wurde.

82,0% der Patientinnen gaben bei der Nachuntersuchung eine vollständige Besserung ihrer Beschwerden an, 6,0% eine teilweise Besserung. 12,0% der Patientinnen verspürten keine Besserung ihrer präoperativen Symptomatik.

Anschrift des Verfassers:

Dr. Rainer Deckardt
Tagesklinik für ambulante gynäkologische Operationen

Helene-Weber-Allee 19

80637 München

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Sentinel-Lymphknoten-Biopsie

Eine weitere Reduktion der operativen Radikalität steht durch die Einführung der Sentinel-Lymphknoten-Biopsie bevor. Nachdem bei den kleinen, mammographisch entdeckten Karzinomen nur zirka 6% axillär metastasiert sind und der prädiktive Wert der SN-Biopsie in dieser Gruppe bei 100% liegt (Veronesi), zeichnet sich ab, daß nur noch im Falle eines positiven Sentinel-Lymphknotens eine herkömmliche axilläre Lymphknotendissektion erforderlich ist (Offodile).

In Zusammenarbeit mit einem nuklearmedizinischen Institut (Isotopenmarkierung, Lymphabstromszintigraphie) kann diese Methode im tagesklinischen Bereich eingesetzt werden.


Sozioökonomische Aspekte

Die Diagnose Mammakarzinom bedeutet für jede Patientin eine Zäsur in ihrem Leben. Auch hier trägt die ambulante Therapie in vielen Fällen dazu bei, die psychosoziale Kontinuität zu bewahren und die Rehabilitationsphase zu verkürzen. Eingebettet in die ambulante adjuvante Therapie (Chemotherapie, Strahlentherapie) und gegebenenfalls psychoonkologische Betreuung, wird der Forderung nach 'minimaler Invasivität' auch in diesem wichtigen Bereich Rechnung getragen.


Schlußfolgerung

Viele Kriterien der minimal-invasiven Chirurgie in bezug auf endoskopische Operationen lassen sich auf die moderne Therapie des Mammakarzinoms in der Tagesklinik übertragen.

Es bleibt abschließend festzustellen, daß für jede ambulante onkologische Therapie ein hohes Maß an Kompetenz aller Beteiligten erfüllt sein muß. Nur ein gut funktionierendes, vernetztes System mit Anbindung an Tumor- und Studienzentren und der Bereitschaft zur Teilnahme an Qualitätskontrollen kann die gestellten Anforderungen erfüllen.

Eine sorgfältige Patientenselektion und Aufklärung ist eine weitere Bedingung für die ambulante Therapie des Mammakarzinoms.

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Für Frauen, die nicht in die Klinik wollen

Morgens operiert, abends zu Hause

Eine Münchener Gynäkologen-Praxis macht es möglich: medizinische Dienstleistung zum Nutzen der Patientinnen.

Tagesklinik Es ist kurz nach 14 Uhr. Eigentlich wäre das OP - Programm für den heutigen Tag beendet. Aber ein Notfall ist angemeldet: Eine junge Frau mit einer Eileiterschwangerschaft bringt die Mannschaft von OP 1 und Dr. Deckardt noch einmal auf Trab.
Um 14. 45 ist die Patientin da. Bereits 20 Minuten später liegt sie in Narkose.
Automatisch denkt der Leser jetzt an einen Operationssaal in einer großen Klinik. Doch weit gefehlt. Der Eingriff wird in der ambulanten Münchener Tagesklinik der Dres. Deckardt und Saks vorgenommen. Die zwei Ärzte kennen sich aus ihren Tagen im "Rechts der Isar", dem Klinikum der Technischen Universität München. 1993 gründeten Rainer Deckardt und Manno Saks ihre Praxis.

Ambulante Eingriffe auf dem Vormarsch
Zunächst war es Dr. Deckardt, den der Gedanke an eine ambulante Operationspraxis nicht mehr losließ. Bei einem Kongreßbesuch in Hamburg hatte er die erste bundesdeutsche gynäkologische Tagesklinik kennengelernt. Was in USA und England längst praktiziert wurde, begann Ende der achtziger Jahre in Deutschland gerade erst Fuß zu fassen.
Schätzungen zufolge könnten 80% aller gynäkologischen Eingriffe ambulant durchgeführt werden. In Hamburg hatten sich Gynäkologen zusammengeschlossen und das Konzept für eine ambulante operative Praxis entworfen. Ein Konzept, das offensichtlich funktionierte. Die Vorteile einer geringeren physischen und psychischen Belastung der Patientinnen beeindruckten Dr. Deckardt nachhaltig.
Der Klinikalltag überzeugte ihn schon lange nicht mehr. Und durch die zunehmend schlechtere finanzielle Ausstattung des Klinikums fand er nicht mehr die Arbeitsbedingungen, die er sich vorstellte. Hinzu kam der Wunsch, selbst unternehmerisch tätig zu sein und "nicht für jede Kleinigkeit fünf Zettel an die Verwaltung schreiben zu müssen"!

650 Quadratmeter Praxis
Anfangs schreckte er noch vor dem Schritt einer solchen Investition in eine eigene Tagesklinik zurück. Nachdem er aber in seinem Kollegen Saks einen Gleichgesinnten gefunden hatte, nahm das Projekt nach über zwei Jahren der Planung Gestalt an. Unweit des Münchener Olympiapark-Geländes boten sich den beiden geeignete Räumlichkeiten: 650 Quadratmeter — eine ganze Etage in einem neuen Bürokomplex.
Entsprechend ihrer Vorstellung, moderne medizinische Dienstleistungen zu offerieren, ließen sie die Räume von einem Innenarchitekten gestalten. So bietet sich dem Besucher ein eher ungewohntes, vor allem aber unerwartetes Ambiente. Nichts erinnert an eine Arztpraxis, geschweige denn an eine bevorstehende Operation. Der Empfang mit dem integrierten hellen Wartebereich hebt sich atmosphärisch von Gewohntem ab. Als Visitenkarte der Praxis wird bereits hier das Angebot zur Dienstleistung signalisiert: Die Patientin soll sich wohlfühlen, und sie soll eine erstklassige medizinische Versorgung erhalten.

Nicht für jede Patientin geeignet
"Max" und "Elle" im Zeitschriftenständer verraten, daß eine bestimmte Klientel zur Behandlung kommt. Dr. Deckardt schildert die Frauen, die die Praxis aufsuchen: "Wir haben sehr, sehr nette Patientinnen, was sicher daran liegt, daß ambulantes Operieren bereits eine Selektion bedeutet. Meist sind es die Gebildeteren, Beleseneren, die überhaupt wissen, daß es diese medizinische Möglichkeit gibt. Und auch diejenigen, die zu Hause gut versorgt sind, lassen eher einen ambulanten Eingriff vornehmen."

Millionen Euro eingespart
Von Anfang an mit von der Partie war Dr. Mechtild Kretschmer. Als selbständige Anästhesistin ist sie — mittlerweile gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Volker Riedl und einer Anästhesieassistentin — mit der Praxis assoziiert.
Im ersten Jahr operierten Dr. Deckardt und Dr. Saks zusammen mit Dr. Kretschmer, unterstützt von drei Krankenschwestern, 1900 Patientinnen. Inzwischen haben sie über 40.000 ambulante gynäkologische Eingriffe in den beiden Operationsräumen der Praxis durchgeführt — und den Krankenkassen auf diese Weise viele Millionen Euro an "Liegegeldern" gespart.

Kein Nutzen für die Tagesklinik
Doch die Ärzte selbst sind keine Nutznießer dieser Einsparungen. Ganz im Gegenteil. Jahr für Jahr wurden ihre kassenärztlichen Leistungen um 20 Prozent geringer honoriert. Obwohl ambulante Operationen von der Gesundheitspolitik befürwortet werden, sind alle Bemühungen, diese zu fördern, bisher auch am Widerstand der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Krankenhausgesellschaften gescheitert. "Es kann nicht angehen, daß Krankenhäuser nur zu 35 Prozent belegt sind und volle Honorierung bekommen. Letztlich müßte man die Kassen und vor allem die Kassenärztlichen Vereinigungen zusammen mit den Krankenhausgesellschaften zwingen, mehr Geld für ambulantes Operieren umzuleiten." Dr. Deckardt macht seinem Unmut Luft.
"Hätten wir nicht das Glück, durch unsere ambulante Tätigkeit eine große privat versicherte Klientel anzuziehen, könnte unsere Praxis nicht überleben", stellt auch sein Kollege Dr. Saks nicht ohne Bedrückung fest. "Letztendlich subventionieren die Privatkassen auf diese Weise die Kassenpatientinnen."

Bewußte Spezialisierung
Diagnostische Laparoskopie, Tubensterilisation, Adhäsiolyse, Myomentfernung und Adnexeingriffe machen den Hauptanteil der Operationen aus, die in der ambulanten Tagesklinik durchgeführt werden. Die zwei Frauenärzte haben sich bewußt auf eine schmale Nische gynäkologischer Eingriffe spezialisiert: "Jeder von uns hat mittlerweile weit über 5.000 Bauchspiegelungen durchgeführt. Wenn ich daran denke, daß ich anfangs im Rechts der Isar bis zu sechs Stunden für eine Myomentfernung gebraucht habe und heute dafür nur noch eineinhalb Stunden benötige, dann wird der große Vorteil für die Patientinnen deutlich", berichtet Dr. Deckardt zufrieden. Nicht operiert hingegen werden Zervix- und Endometriumkarzinome, obwohl dies inzwischen endoskopisch möglich wäre.

Alle Patientinnen werden zurückgeschickt
Das bereits bestehende Vertrauen der Kollegen "vor Ort" zu der ambulanten Praxis ist ein wichtiger Baustein in ihrem Konzept. Die Tatsache, daß grundsätzlich alle behandelten Frauen zu ihren überweisenden Ärzten zurückgeschickt werden, hat dieses Vertrauensverhältnis wachsen lassen.
Die positive Resonanz von seiten der Patientinnen hat wohl außerdem dazu beigetragen. Sie sind nicht nur über die Freundlichkeit, mit der man ihnen in der Praxis begegnet, angenehm überrascht. Auch daß sich der behandelnde Arzt abends nach dem Eingriff noch einmal telefonisch nach ihrem Befinden erkundigt, ist für die meisten von ihnen neu und erfreulich. — Für Dr. Deckardt und seine Kollegen ein selbstverständlicher "Service".
Doch nicht nur die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen und den Patientinnen verläuft positiv. "Es macht mir nach vielen Jahren immer noch viel Spaß, hier zu arbeiten. Für einen Anästhesisten gibt es nichts Besseres, als mit guten Operateuren zusammenzuarbeiten. Die Abläufe sind optimiert, man ist ein eingespieltes Team."
Frau Dr. Kretschmer merkt man die Begeisterung an. Offensichtlich hat sich ebenso Dr. Deckardts Anliegen, in einer hierarchiefreien, kollegialen Atmosphäre zu arbeiten, durchgesetzt. Auch die Krankenschwestern,
deren Zahl sich inzwischen deutlich erhöht hat, profitieren von diesem Konzept. Im Gegenzug wird von ihnen Kompetenz und Flexibilität erwartet: "Wir haben Schwestern, von denen kann man nur träumen. Neben der Organisation des Praxisalltags kann jede auch im Operationssaal instrumentieren und assistieren", erzählt die Anästhesistin.
Außerdem bringt die Arbeit in der Praxis für das gesamte Team einen positiven Nebeneffekt: Die anstrengenden Wochenend- und Nachtdienste eines Klinikalltags fallen weg.
Seinen Schritt ins "freie Unternehmertum" hat Dr. Deckardt bis heute noch nicht bereut, ganz im Gegenteil: "Ich glaube, daß ambulante Operationen ein zukunftsträchtiges Konzept sind. Und es macht einfach ein gutes Gefühl, frühzeitig an dieser Entwicklung mitzuarbeiten."
Barbara von Wirth M. A., München


Literatur
Fortschritt der Medizin
116.Jg. (1998), Nr.10

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Auszug aus :


Die 1000 besten Ärzte
Focus Ratgeber Medizin

TZ-Serie:
Münchens Top-Ärzte
Minimal-invasive-Unterleibsoperationen
vom 10.10.2006

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