besitzt die höchstmögliche operative Qualifizierung nach MIC der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (2007-2012)
Zertifizierungen haben den Sinn, Aussagen über die geprüfte Qualität strukturierter Arbeitsabläufe zuzulassen. Die wohl bekannteste Norm ist die nach DIN-E-ISO. Im medizinischen Bereich hat diese Industrienorm jedoch entscheidende Nachteile.
Einer dieser Nachteile liegt darin, dass diese Norm institutsbezogen vergeben wird. Da die Qualität jeder operativ-chirurgischen Tätigkeit jedoch ausschließlich individualisiert erbracht wird, sagt die DIN-E-ISO Norm nichts über die operative Qualifikation des einzelnen Operateurs aus.
Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass die DIN-E-ISO Norm auch nichts über die medizinische Qualität eines operativen Eingriffes aussagt. So kann eine Klinik nach dieser Norm qualifiziert sein, obwohl dort überhaupt keine modernen endoskopischen Operationstechniken angewendet werden.
Um diese gravierenden Nachteile für Patientinnen im operativ gynäkologischen Bereich zu umgehen und diesen ein aussagekräftiges medizinisches Qualitätskonzept zur Verfügung zu stellen, hat die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe im Jahre 2006 eine Personen gebundene Qualifizierung im Bereich der gynäkologischen minimal-invasiven Chirurgie eingeführt, die nach unterschiedlichen Ausbildungsstufen vergeben wird (MIC I, II und III), vergleichbar den unterschiedlichen Gürteln mancher Kampfsportarten.
Um die höchste Qualifikationsstufe nach MIC III führen zu dürfen, deren Dauer auf 5 Jahre beschränkt ist, muss der einzelne Gynäkologe, also nicht die Klinik, unter anderen Kriterien nachweisen, dass er in den zurückliegenden fünf Jahren selbst und eigenverantwortlich mindestens 800 große laparoskopische Eingriffe durchgeführt hat. Diese Eingriffe müssen einer definierten Schwierigkeitsstufe entsprechen, so dass z. B. rein diagnostische Eingriffe oder einfache Eingriffe, wie Sterilisationen etc. nicht berücksichtigt werden dürfen. Zusätzlich muss er im selben Zeitraum mindestens 100 operativ hysteroskopische Eingriffe erbracht haben, deren verlangter Schwierigkeitsgrad ebenfalls vorgegeben ist.
Mit Urkunde von 2007 hat Dr. Rainer Deckardt von der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie (AGE) der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe die Berechtigung erhalten, persönlich die operative Qualifizierungsstufe nach MIC III zu führen.
Diese höchstmöglich zu erreichende, persönliche Qualifikationsstufe Endoskopischen Operierens wurde von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in ganz Deutschland an insgesamt 24 Frauenärzte verliehen.